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BKL-15 und das Nikolausprojekt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: G. Einfeldt   
Montag, den 12. Dezember 2016 um 13:02 Uhr

Im Rahmen des Projektes „Nikolausmarkt“ wurden im Kommunikations- und Lernfeldunterricht von Frau Gangloff nicht nur „maßgeschneiderte“ Produkte serienmäßig produziert, Preise kalkuliert und betriebsorganisatorische Abläufe erprobt, sondern auch Werbestrategien und dazugehörige Plakate gestaltet sowie Foto- und Textreportagen verfasst:

„Wenn Ihr so an die Klasse für das Mode schaffende Handwerk denkt, was für Produkte für einen Stand auf dem Nikolausmarkt erwartet Ihr dann?“ Zwei Mädels aus der DAZ-Klasse zucken zunächst verlegen mit den Schultern und antworten dann kichernd: „ Na, Schuhe, Socken, Taschen vielleicht…“„Ja, ich hätte irgendwie auch als Erstes an Taschen gedacht“, meint Xezal, Schülerin der BKL 15. Alle 16 Schüler_innen des 2. Ausbildungsjahres hatten bei der Vorbereitung des Standes für den Nikolausmarkt ähnliches im Sinn: Taschen für Kleinigkeiten wie Taschentücher, Tampons, Kondome, Tabak o.ä. wurden gefertigt, darüber hinaus Anhänger für Schlüssel, Taschen oder kleine Aufbewahrungshilfen für Einkaufschips. Besonders die kleinen Kuschelmonster haben es der Klasse angetan. „Jedes Teil hat einen individuellen Ausdruck und ist eben ein Unikat.“, so Michaela, Schülerin der BKL 15. Über einen Zeitraum von 3 Wochen bereiteten die Schüler im Vorfeld des Nikolausmarktes über 150 Kleinartikel vor, die nach eigenem Design, teilweise sogar eigenen Schnittmustern entstanden. „Was glaubst du, verkauft sich am besten?“. Marlina kann sich bei dem breiten Angebot schwer entscheiden: „Die Tampontaschen und Kondomaufbewahrungsteile, schätze ich“. Am Ende waren dann sogenannte „Macarons“, kleine pralinenartige Aufbewahrungsformen für die Chips des Dorothea-Schlözer-Bistros der Verkaufshit, sie und die unter besonderem Arbeitseifer und mit eigenen Namen wie „Horst“ und „Leo“ versehenen Kuschelmonster waren unter den Besuchern des Nikolausmarktes besonders beliebt. Nurcan, die in je 5 - 6 Stunden Heimarbeit pro Artikel, die Macarons hergestellt hat, ist noch bis kurz vor Eröffnung des Standes mit dem Abschluss der Schlüsselanhänger beschäftigt: „Diese schützen den Schlüssel wie so eine Art Hülle.“
Der Stand wird hergerichtet, Aufgaben verteilt, eine Übersicht der Artikel tabellarisch erstellt. Das alles mutet vorweihnachtlich chaotisch an. „Bist du schon in Weihnachtsstimmung?“, Franziska pfeift fröhlich „We wish you a merry christmas“ und antwortet dann frech: „Nö!“. Vielleicht liegt das dann doch an der Hektik zum Schluss und den kleinen Problemen in der Kommunikation, für deren Erlernen diese Praxiseinheit der Klassenlehrerin Frau Gangloff gedacht war. Ein rauschender Wasserkocher, eine vielleicht ein wenig unüberschaubare Anzahl an Artikeln und deren Preis-Auszeichnungen sowie die eigenwilligen Entscheidungen der Gruppe ließen den Ablauf nicht nur reibungslos verlaufen. „Was könnte man beim nächsten Mal besser machen?“ Jan, einer von zwei männlichen Schülern der Klasse gibt bereitwillig Auskunft: „Wie soll ich das jetzt angemessen formulieren? Genauere Planung und Vorbereitung des Prozesses.“ Dann geht er eilig weiter „Wo sind die weißen Tischdecken?“ In dem gänzlich grün gefärbten Pausensaal der DSS hebt sich der Stand durch weiße Tischdecken und helle Lichterketten positiv ab. Kurz vor knapp sind dann noch die Lichterketten „vertüdelt“, aber Lena lässt sich die Ruhe nicht nehmen: „Wir schaffen das schon.“ Nebenbei lässt sie sich den Blick auf ihr Smartphone (der direkte Draht vom Forum ins Klassenzimmer) nicht nehmen. Kommunikation 2016 eben.
Aber die Vorbereitung eines kreativ-chaotischen Standes lässt auch Platz für ruhigere Orte. Khatera, die still den Schlüsselanhängern ihren letzten Schliff gibt, erinnert an den Grund des Nikolausmarktes, das Sammeln der Einnahmen als Spenden für das Kinderhospiz „Die Muschel“. „Eine gute Sache, dass alle zusammen für einen guten Zweck sammeln.“ Sie selbst gesteht, dass sie Weihnachten eher für ihre Tochter feiert: „Meine Tochter liebt Weihnachten, Geschenke kaufen. Tannenbaum, alles das. Deshalb mache ich die Vorweihnachtszeit mit, obwohl ich Muslimin bin.“
Insgesamt nimmt die Klasse am Ende über 400 € ein und die Klassenlehrerin Frau Gangloff zieht eine positive Bilanz. Sie lobt, dass alle zusammengearbeitet und den Stand gemeinsam vorbereitet sowie den gelungenen Verkaufstag durchgeführt haben. Insbesondere für die Schüler_innen der Schneiderklasse, die immer nur im dreiwöchigen Blockunterricht in der Schule sind, war es eine willkommene Chance, ihre Kreativität unter Beweis zu stellen sowie innerhalb der Schule ihr fachliches Können zu zeigen und damit gleichzeitig für einen guten Zweck einzubringen.

Text: G. Einfeldt







Fotos: Fraziska Brust / Marlina Laß
 


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