Schlözer Karrieren - Jannik Jolitz PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: J. Jolitz   
Mittwoch, den 02. November 2016 um 20:41 Uhr

Hallo, mein Name ist Jannik Jolitz, ich habe im Sommer 2016 mein Abitur mit einem Durchschnitt von 2,2 an der Dorothea- Schlözer- Schule erworben und das ist meine Geschichte. Meine Laufbahn an der DSS begann im Jahre 2013: Am Ende der 10. Klassenstufe verließ ich ein Allgemeinbildendes Gymnasium in Lübeck mit dem Realschulabschluss und begann mich nach Berufsschulen um- zuschauen. Das Gymnasium habe ich nicht verlassen, weil es mir keinen Spaß mehr brachte (naja, ein bisschen natürlich auch deswegen), aber meine Noten ließen den Sprung in die Oberstufe nicht zu und mir fehlten die Motivation sowie der Fleiß um das zu ändern. Also musste ich mich nach etwas Anderem umschauen. Mein angestrebtes Abitur rückte zunächst in weite Ferne. Auf der Suche nach einer Berufsschule stieß ich schnell auf die DSS, da mich der Soziale Bereich schon immer interessierte. So bewarb ich mich für die Ausbildung als SPA (Sozialpädagogischer Assistent) und hoffte einen schulischen Neuanfang starten zu können. Nach einiger Zeit erhielt ich meine Zusage und so begann meine Zeit an der DSS. Anfangs musste ich mich sehr umorientieren: Auf eine positive Weise waren der Unterricht, der Lernstoff, die Klasse, ja so ziemlich alles anders als ich es kannte, und ich fühlte mich schnell wie in einer kleinen Familie gut aufgehoben. Die Option einen Mathekurs zu belegen, um am Ende der Ausbildung auch die Fachhochschulreife zu erwerben, nahm ich an, und so hielt ich mir die Tür zum Abitur stets offen. Schnell stellten sich die ersten Erfolgserlebnisse bei mir ein, meine Noten wurden besser, der Unterricht machte mir zu großen Teilen Spaß und ich fand in meinen Klassenkameraden viele neue Freunde. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle das Projekt „Das Grüne Klassenzimmer“ an dem ich teilnehmen durfte. „Das Grüne Klassenzimmer“ besuchte einmal pro Woche den Ringstedtenhof, einen kleinen Bio-Bauernhof in der Nähe von Krummesse. Dieser wöchentliche Besuch war für die gesamte Klasse jedes Mal ein Highlight im Schulalltag. Ob es um das Verarbeiten selbst geernteter Kartoffeln ging oder das Ansammeln theoretischen Wissens über die Feuerbohne, es war immer ein großer Spaß mit der Klasse den Hof zu besuchen, und ich kann nur jedem, der die Chance dazu erhält, empfehlen sie zu ergreifen. Es war das beste Schuljahr aus 13 Jahren Schule, auf die ich zurück- blicke. Mit viel Spaß und neuen Erfahrungen aus Unterricht und Langzeitpraktika, die ebenfalls Teil der Ausbildung waren, vergingen die zwei Jahre Ausbildung wie im Fluge. Meine Einstellung, was das Lernen in der Schule betraf hatte sich in diesen zwei Jahren stark verändert. Meinen Notenschnitt konnte ich stark verbessern und ich war motiviert, mir weiterhin Mühe zu geben. Die Akzeptanz und den hohen Respekt der Lehrer, zusammen mit dem Gefühl, nicht der einzige in der Klasse zu sein der einen holprigen Weg vor dem Besuch der DSS hatte, bewirkten bei mir wahre Wunder und ich wurde zu einem guten Schüler.
Nach meinen zwei Jahren Ausbildung stellte sich mir erneut die Frage, wie es weitergehen sollte. Auf Empfehlungen der Lehrer sowie mein eigenes Interesse, entschied ich mich, noch ein weiteres Jahr Schule „dranzuhängen“ und mein Abitur in der Beruflichen Oberschule zu erlangen. Ich bewarb mich im Sommer 2015 und wurde angenommen. Im Voraus hatte ich viel gehört, wie „Jetzt geht es erst richtig los“ oder „In der BOS hört der Spaß auf“! So waren meine Erwartungen ,dass das letzte Jahr sehr hart werden würde. Im Nachhinein muss ich sagen: „Ich kann nur jedem, der die Fachhochschulreife erlangt hat, empfehlen, unbedingt die BOS zu versuchen.“ Es war ein hartes Jahr, das muss ich gestehen und es gab Momente, an denen ich richtig „zu knabbern“ hatte, jedoch kann ich auch sagen,dass es zu jeder Zeit machbar und möglich war! Ich fühlte mich nie unfair behandelt oder hatte nie das Gefühl,dass ein Lehrer mir nicht helfen wollte oder konnte. Im Gegenteil, die Unterstützung von Lehrern und Klassenkameraden, die ich in meinen drei Jahren erfahren habe, wird mir lange in Erinnerung bleiben. Ob Lerngruppen oder Nachhilfe von einem Mitschüler, ein extra Referat, um die Note noch zu verbessern oder eine erneute Erklärung eines Rotationskörpers 20 Minuten nach Unterrichtsschluss - ich fühlte mich stets gut unterstützt! Nach einem harten und anstrengenden Jahr habe ich im Sommer 2016 mein Abitur erhalten, mit einem Ergebnis, über das ich mich beim Schreiben dieses Textes immer noch freue. Es ist ein Abschluss, den ich vor drei Jahren nicht für möglich gehalten hätte. Für mich geht es nun im Winter für ein halbes Jahr nach Amerika und anschließend werde ich mich bei verschiedenen Universitäten auf einen Studienplatz bewerben. Zum jetzigen Zeitpunkt weiß ich jedoch noch nicht ganz sicher, welchen Studiengang ich wählen werde, zu groß ist noch der Interessenbereich und zu weit das Angebot.

Abschließend möchte ich an all diejenigen appellieren, die sich nicht sicher sind, wohin es noch gehen soll, die vielleicht genau wie ich damals einen neuen Anfang brauchen: Traut euch! Entgegen den vielen Gerüchten muss ich die enttäuschen, die denken auf einer Berufsschule bekommt man das Abitur geschenkt, jedoch versichere ich denen, die sich Mühe geben und mit Motivation an die Sache herangehen, dass ihre Mühen gesehen und belohnt werden. Ich sehe den sekundären Bildungsweg als eine zweite Chance, eine Chance die man ergreifen sollte.

Jannik Jolitz

Dank: Mein besonderer Dank geht an Frau Wolf und Frau Zühlke, die mich während meiner SPA - Ausbildung erstklassig betreuten. Ebenso an Frau Gall - Gratze sowie an Frau Moonen für einen stets fordernden Unterricht, der mich wirklich in der BOS voranbrachte.

 


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