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Der fachpraktische Unterricht Ernährung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: N. Richter   
Dienstag, den 01. Januar 2013 um 20:22 Uhr

Das Konzept

Die Dorothea-Schlözer-Schule hat sich neben dem großen sozialen Engagement (Projekt “Kisii – Wasser für Afrika“ und Projekt „Zu den Sternen – Unterstützung für das ambulante Kinderhospiz „Die Muschel“) auch der Förderung einer bewussten und ökologischen Ernährung verschrieben. Aus der theoretischen Erarbeitung im Unterricht und der praktischen Umsetzung im Fachunterricht soll sich das erarbeitete Wissen auch in der Verpflegung wiederfinden. Dabei gilt es, ernährungsphysiologische und gesundheitliche EssenzubereitungZusammenhänge in den Alltag der Schülerinnen und Schüler zu tragen. Die Hektik und die zeitliche Beschränkung in unserem heutigen Umfeld verleitet uns, wichtige Aspekte für unsere Gesundheit zu vergessen oder der Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung eine geringe Priorität zukommen zu lassen. Dabei spielt die Erkenntnis der eigenen Spielräume eine wichtige Rolle.

Im Küchenbereich der Dorothea-Schlözer-Schule bietet sich den jungen Menschen die Möglichkeit, zwischen der Rolle des Gastes und des Gastgebers zu wechseln, Erfahrungen zu sammeln und ihre Kompetenzen zu erweitern. Dabei soll das Wissen über einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln, schonende Garverfahren und den geringen, zeitlichen Aufwand in der Herstellung von frischen Gerichten vermittelt werden. Die Speisen sind in ihrer Herstellung so konzeptioniert, dass sie von den Lernenden in den heimischen Küchen hergestellt werden können. Daher erhalten ein heimischer Warenkorb sowie die technischen Gesichtspunkte in den Unterrichten einen hohen Stellenwert. Durch Beachtung der genannten Merkmale gewinnt die Motivation der Umsetzung im privaten Bereich an Bedeutung.Klassenübergreifend sollen an der Dorothea-Schlözer-Schule die Werte und das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung vermittelt werden. Gerade in der heutigen Zeit sind die Themen Ernährung und Gesundheit eng miteinander verknüpft, was sich in der Thematik „biologische-erzeugte Lebensmittel“ in unserem Alltag wiederfindet und die Unsicherheit in Bezug auf die tägliche Auswahl von Speisen erhöht. Daher ist es nicht nur wichtig, den Umgang mit Lebensmitteln zu erlernen, sondern auch bei der Planung einer ausgewogenen Ernährung Spielraum für Kreativität zu lassen.

Die Kojenküche an der DSSDie inhaltliche Gestaltung des Konzepts beruht auf einer Teamarbeit, in der verschiedene Kolleginnen über Jahre Ideen in Bezug auf Förderung und Entwicklungsmöglichkeiten der Schülerinnen eingebracht haben. Während der Arbeitszeit der Lerngruppe wird Wert auf eine authentische Lernsituation gelegt, in der die begleitenden Lehrkräfte zusammen mit den Schülerinnen an Schwächen arbeiten und die Stärken fördern. In diese gemeinschaftliche Arbeitsweise gliedern sich die Begleitung und Vorbereitung der Lerngruppe auf ein mögliches berufliches Ausbildungsverhältnis oder einen schulischen Werdegang, die Förderung der Persönlichkeit, von eigenen Kenntnissen und der eigenen Verantwortung ein. Dabei spielen persönliche und Gruppenerfolge eine wichtige Rolle. Speziell in der Schulverpflegung lassen sich die erreichten Ziele schnell nachvollziehen und begründen auf diese Weise ihren Anteil an der positiven gruppendynamischen Entwicklung der Klasse. Daher übernimmt die Schulverpflegung im Gesamtkonzept nicht nur die Rolle der Verköstigung der Mitschüler und des Lehrerkollegiums, sondern bildet ferner ein Fundament, auf das die Schülerinnen mit Hilfe ihrer Erfahrungen aufbauen können.

In diesem schulischen Berufsfeld sind die Lehrkräfte nicht nur lehrend tätig, sie sind auch Ansprechpartner für private Problembereiche, die sich dann auf die schulischen Leistungen auswirken. Es ist ebenfalls eine Sozialpädagogin in den Arbeitskreis einbezogen, die die Schülerinnen und Schüler auch über den Unterricht hinaus betreut.

Die Kojenküchen
In den vier Kojenküchen wird je nach Schulform für den Verkauf im Schulbistro produziert oder die theoretisch erworbenen Kenntnisse durch ihre Anwendung umgesetzt. In den Unterrichtsraum sind sieben Küchen (Kojen) integriert, die in ihrer Ausstattung einer Haushaltsküche gleichen. Dadurch wird die Möglichkeit, Erlerntes im Alltag anzuwenden, erhöht. Für die Lehrkraft ergibt sich eine Vielfalt an methodischen Varianten, die Schülerinnen in ihrer fachlichen, sozialen und lösungsorientierten Arbeit zu fördern.


Die Großküche
In der Großküche wird dem Unterricht ein berufsnaher Rahmen gegeben. Die Struktur und die technische Ausstattung entspricht den Anforderungen für das spätere Berufsleben. Durch das differenzierte Arbeiten in der Großküche werden die Schülerinnen und Schüler in ihrer Belastbarkeit, Wissen und Organisation geschult, gefordert und gefördert.Die Schulverpflegung an der Dorothea-Schlözer-SchuleAktuell
Zum jetzigen Zeitpunkt werden täglich 250 Personen verpflegt. Das Angebot ist regional und saisonal bestimmt, wird aber die Inhalte des Lehrplans beeinflusst. Dabei geht es darum, Vorgaben in der Zubereitung mit denen der angestrebten Lernziele zu verknüpfen. In wöchentlichen Treffen der Arbeitsgruppe „Schulverpflegung“ werden Vorgänge und Standards analysiert, optimiert und Veränderungen geplant. Die ständige Auseinandersetzung mit dem Thema und Weiterentwicklung von Prozessen trägt zur Verbesserung der Kernpunkte (Verbindung von gesundheitlichen und ernährungsspezifischen Aspekten) und Rahmenbedingungen (Ausstattung / gesetzliche Richtlinien) bei. 

Ziele und Entwicklung

Eine gute Schulverpflegung basiert nicht nur auf einer abwechslungsreichen und abgestimmten Speisegestaltung, sondern auch auf einer entspannten Atmosphäre. Den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften sollte die Möglichkeit geschaffen werden, sich die Zeit für den Die Grossküche an der DSSGenuss und den bewussten Verzehr zu nehmen. Essen und Wohlfühlen basiert auf dem Davor und dem Danach. 
Die Arbeitsgruppe „Schulverpflegung“ strebt in diesem Zusammenhang eine Verlängerung der zweiten großen Pause an, denn wir möchten vermeiden, dass die Lernenden in der Schule von der Hektik des Alltags eingeholt werden. Wir glauben, dass wir durch diese Maßnahme mehr Schüler erreichen und für unsere Produkte begeistern können.
Ein weiterer Baustein für die Zukunft ist der verstärkte Einbezug von Bio-Produkten. Dafür wird in einer Arbeitsgruppe ein Konzept aufgestellt, dass es den Kunden ermöglichen soll, durch Hintergrundinformationen ein Gefühl für die Vorteile zu entwickeln. Die Nachteile wie die höheren Kosten sind eine Barriere, die durch einen guten Informationsfluss zu überwinden ist.
Die Fachlehrkräfte und Studienräte der Fachrichtungen Gesundheit, Ernährung und Hauswirtschaft entwickeln gerade ein Schülerprojekt zum Anbau und Nutzung von Kräutern im Schulgarten. Eine Kollegin baut bereits verschiedene Gemüse-, Getreide- und Blumensorten für den Verzehr an. In diesem Bereich werden die Möglichkeiten ausgelotet, um einen weiteren Nutzen für die Gestaltung der Speisen zu ermöglichen.

Text: N. Richter / Fotos: H. Beidatsch

 


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