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Die DSS erinnert mit einem Stolperstein an Kurt Hofmann

Am Donnerstagnachmittag fand die Verlegung von vier weiteren Stolpersteinen vor dem Haus Uhlandstraße 5 statt, dem Zuhause der jüdischen Kaufmannsfamilie Hofmann. Die politische Situation verändert sich und eine gut etablierte Lübecker Familie ist gezwungen, innerhalb kurzer Zeit ihr Schuhgeschäft aufzugeben und zu fliehen. So erging es der Familie Hofmann 1936: Der Schüler Kurt Hofmann konnte sein Abitur auf dem Johanneum nicht mehr ablegen, weil er und sein Bruder mit den Eltern nach Chile auswandern mussten.
Die Initiative „Stolpersteine für Lübeck“ spürt solche Lebensläufe auf und versucht, durch die Verlegung der Stolpersteine der Menschen zu gedenken, die der Willkür des Naziregimes ausgesetzt waren.
Im Rahmen einer kleinen Gedenkfeier wurde nun für jedes Familienmitglied ein Stolperstein, gefertigt in der Werkstatt Gunter Demnigs,  vor dem schönen Haus in der Uhlandstr. 5 von Torsten Zülch verlegt, während Frau Heidemarie Kugler-Weiemann, die Initiatorin der Lübecker Stolpersteine e.V., die Familie Hofmann vorstellte und dabei auch Kopien von Originalfotos herumgab, so dass die Biografie der Familie Hofmann für die rund 55 Gäste anschaulich wurde.
Für die jüdische Gemeinde sprach Frau Milena Tartakowski ein Grußwort. Einige der  beteiligten Patinnen und Paten konnten anwesend sein, darunter Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte der Dorothea-Schlözer-Schule. Sie hatten an ihrem Projekttag zum Grundgesetz am 23. Mai 2019 Spenden für einen Stolperstein gesammelt und vier Schülerinnen und Schüler der Klasse BG18-5 verwiesen in ihrer Rede auf die Zerbrechlichkeit des „Kartenhauses Europa“ und erinnerten an die Grundwerte von  Freiheit, Frieden und Demokratie. Musikalisch wurde die Veranstaltung gekonnt umrahmt vom Klarinetten-Duo Klarisono (Ugne Varanauskaite und Strahinja Pavlovic).
Die vier STOLPERSTEINE werden wie alle anderen von privaten Spendern finanziert und gehen mit der Verlegung als Schenkung in den Besitz der Hansestadt Lübeck über. Stolpersteine erinnern mittlerweile europaweit an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, der Sinti und Roma, der politisch Verfolgten, der Zeugen Jehovas sowie an Opfer der Euthanasie in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Steine, auf denen der Name sowie die Lebensdaten und das Schicksal des Opfers eingehämmert sind, werden vor den ehemaligen Wohnhäusern der Deportierten und Ermordeten verlegt. Es gibt bereits mehr als 70.000 STOLPERSTEINE in über 1200 Orten Deutschlands und 21 Ländern Europas.

Weitere Informationen zur Initiative Stolpersteine in Lübeck hier

Stolperstein Kurt Hofmann Stolperstein Kurt Hofmann
 Stolperstein Kurt Hofmann  Stolperstein Kurt Hofmann
  Fotos: H. Beidatsch
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